Geschichte

Erfahren Sie mehr über die Schöpferin der Moomin-Familie, die Entwicklung der einzelnen Charakter, das bezaubernde Moominvalley und wesentlichen Meilensteine seit den ersten Zeichnungen.

Wer ist die Schöpferin der Moomins?

Tove Jansson wurde am 9. August 1914 als ältestes Kind einer Künstlerfamilie im finnischen Helsinki geboren. Ihr Vater Viktor Jansson war ein Bildhauer, der aus einer finnisch-schwedischen Kaufmannsfamilie stammte. Ihre Mutter Signe Hammarsten-Jansson war eine bekannte Grafikerin und die Tochter eines schwedischen Pastors. Tove wuchs in Helsinki auf, verbrachte in den Sommermonaten aber viel Zeit mit der Familie der Mutter in Schweden, die ein kleines Sommerdomizil in der Nähe der Insel Blidö hatte. Diese Landschaft diente später auch als Inspiration für die Moomin-Romane. Durch Ihre Mutter, die an der Universität in Stockholm und Paris Kunst studierte, erlernte sie  schon früh als Kind das Zeichnen. Mit 15 Jahren veröffentlichte Sie ihren ersten Comic in einer Kinderzeitschrift.

Tove studierte wie ihre Mutter auch in Stockholm. Sie entschied sich für den Studiengang Illustration und Werbezeichnung, den sie von 1931 bis 1933 belegte. Ende 1933 kehrte sie nach Helsinki zurück und studierte dort an der Zeichenschule des Kunstvereins von Ende 1933 bis 1936 Malerei. Während der Studienzeit verdiente Tove sich nebenher Geld mit dem Zeichnen von Karikaturen und Illustrationen unter anderem für Buchumschläge und Postkarten. Anfang der 1940er Jahre wurde sie zunehmend als Malerin für großflächige Wandgemälde bekannt. 

Mitte 1945, gegen Ende des zweiten Weltkrieges, veröffentlichte sie das Buch "Mumins lange Reise", das den Vorläufer der Moomin-Reihe bildet, finanziell aber kein Erfolg war. Der Durchbruch gelang ihr erst 1952 mit dem Buch "Mumin, wie wird´s weiter gehen?". Ihr Bücher und Zeichnungen sind heute weltberühmt und sind nicht nur in Finnland echte Bestseller.

1914

Tove Jansson wird am 9. August 1914 in Helsinki in einer Künstlerfamilie geboren.

Ihr Vater ist ein Bildhauer und ihre Mutter eine bekannte Grafikerin.

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1933

Tove studierte sowohl in Finnland als auch in Schweden und beginnt mit den ersten Moomin-Zeichnungen.

Eine der ersten IIlustrationen in schwarz-weiß.

1945

Söderström & Co veröffentlichte die erste Moomin-Geschichte "Moomins and the Great Flood" auf schwedisch. Es ist die Geschichte von Moominmamas und Moomintrolls Suche nach dem vermissten Moominpapa und wie sie ihren Weg in das Moominvalley fanden.

Die deutsche Übersetzung wurde 1992, über 20 Jahre nach allen anderen acht Bänden, veröffentlicht. Grund hierfür war, dass Tove selbst das Buch nicht weiter verbreitet wissen wollte. Zudem wurden die wesentlichen Charaktere und Handlungsorte erst im nächsten Buch eingeführt. Viele Fans sprechen daher eher von einem Vorläufer der späteren Moominreihe.
 

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1946

Das zweite Buch "Comet In Moominland" (deutscher Titel: Komet im Mumintal) erscheint. Es wird oft als erster Roman der Serie angesehen, da es viele der Hauptfiguren wie Snufkin und die Schnorcheljungfrau vorstellt und im Moominvalley spielt.

 Die erste deutsche Fassung erschein 1961 im Benziger Verlag. 2005 erschien es in einer Doppelausgabe gemeinsam mit "Mumins lange Reise" unter dem Titel "Willkommen im Mumintal".

1948

"Finn Family Moomintroll" (deutscher Titel: Die Mumins. Eine drollige Gesellschaft), der dritte Titel in der Reihe von Tove Janssons Moomins-Büchern, wird veröffentlicht. Er verdankt seinen Titel in der Übersetzung der Tatsache, dass es das erste Moomin-Buch war, das in englischer Sprache veröffentlicht und bis in die 1980er Jahre als erstes in der Reihe vermarktet wurde.

In der deutschen Übersetzung erschien das Buch 1954 als erstes Werk der Autorin und galt deshalb im deutschsprachigen Raum lange als erstes Band der Reihe.

 

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1950

"The Exploits of Moominpappa" wird veröffentlicht. Es ist das vierte Buch in der Moomin-Reihe von Tove Jansson und wird 1968 unter dem Titel:"Muminvaters wildbewegte Jugend"  erheblich überarbeitet. Die Geschichte in diesem Buch ist in den vorherigen Moomin-Büchern erwähnt, da Moominpapa seine Memoiren in diesen Geschichten schreibt.

Im Gegensatz zu allen anderen Moomin-Büchern steht hier der Moomininvater im Zentrum der Handlung, der aus seinen Memoiren vorliest.

In Deutschland erschien das Buch 1963. 

1952

Das erste Moomin-Bilderbuch wird veröffentlicht, es trägt den Namen "The Book about Moomin, Mymble an Little My". Im Deutschen hat das Buch den Titel "Mumin, wie wird’s weiter gehen? Ein Buch mit Mymla, Mumin und der kleinen My" und  setzte durch seine innovative Gestaltung neue Maßstäbe in der Bilderbuchkunst.
Für das Buch erhielt Tove die Nils-Holgersson-Plakette, ein Preis mit dem jährlich schwedische Kinderbücher ausgezeichnet werden.

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1954

Eine der zur dieser Zeit größten Zeitungen der Welt, die Londoner The Evening News, veröffentlichte regelmäßig einen Moomin-Comic. Der Comic erreichte so täglich bis zu 20 Millionen Leser in über 40 Ländern und steigerte damit die Popularität der Moomin-Geschichten ungemein. Diese Erfolgsgeschichte dauert 20 Jahre bis 1974 an.

Ab 1960 wurden die Bilder von  Toves Bruder Lars Jansson gezeichnet.

 

1954

Der fünfte Titel "Moominsummer Madness" der Moomin-Bücherserie wurde veröffentlicht.

Das Buch erschien in Deutschland 1955 als zweites Buch der Reihe mit dem Titel "Sturm im Mumintal", in dem vom Vulkanausbruch erzählt wird, der das Mumintal unter Wasser setzt.

2007 erschien im Sauerländer Verlag eine Hörbuchfassung, die von Dirk Bach gelesen wurde. 

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1957

"Moominland Midwinter" (deutscher Titel "Winter im Mumintal"), der sechste in der Reihe von Tove Janssons Moomin-Büchern, wird veröffentlicht. In diesem Buch schlägt Jansson einen introspektiven und dunkleren Ton an als in den früheren Büchern, der im Rest der Serie fortgesetzt wird.

Mitten im Winter wacht Mumin aus dem Winterschlaf auf und kann nicht wieder einschlafen. Seine Familie lässt sich nicht wecken, also erkundet er alleine das Haus, dann das winterliche Mumintal. Mumin ist über die Veränderungen der Natur entsetzt und leidet unter der Kälte, Stille und Dunkelheit.
1958 erhielt Tove Jansson für  "Winter im Mumintal" die in diesem Jahr erstmals verliehene Elsa-Beskow-Plakette für das beste illustrierte Kinderbuch.

1959

Toves erstes Theaterstück feierte Premiere. 

Die erste Moomin-Fernsehserie wurde in Deutschland ausgestrahlt, eine Puppenanimation der Augsburger Puppenkiste und dem Hessischen Rundfunk. Insgesamt wurden sechs Episoden produziert mit einer Länge von 30 Minuten.

Die Serie war auf dem deutschen Markt ein Erfolg und steigerte den Bekanntheitsgrad der Moomins in Deutschland erheblich.

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1960

Das zweite Bilderbuch "Who Will Comfort Toffle" der Moomin-Reihe von Tove Jansson wurde veröffentlicht. Der deutsche Titel der ebenfalls 1960 erschienen deutschen Ausgabe lautet "Wer tröstet Toffel".

Die Geschichte wurde viele Male als Theaterstück adaptiert. Jannson erhielt bereits kurz nach dem Erscheinen des Buches zahlreiche Anfragen von professionellen und Laien-Theatern und war freigiebig mit den Rechten.

1975 wollte Disney die Filmrechte für die Geschichte erwerben, Tove hatte aber Bedenken und lehnte das Angebot ab.

1962

Das siebte Buch der Moomin-Reihe "Tales from Moomin Valley" wurde heraus gegeben. Im Gegensatz zu den anderen Büchern der Serie handelte es sich dieses Mal nicht um einen klassischen Roman sondern um eine Sammlung an Kurzgeschichten.

Während "Geschichten aus dem Mumintal" in der Originalfassung das siebte Buch der Moominin-Reihe war, erschien es in Deutschland 1966 als fünfter Band in einer Übersetzung von Dorothea Bjelfvenstam. 2007 folgte dann noch eine Hörbuchfassung, die von Dirk Bach gelesen wurde.

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1965

In diesem Jahr erfolgte die Veröffentlichung des achten Buches der Moomin-Reihe mit dem Titel "Moominpappa at Sea".

Während das Buch in der Originalfassung der achte Band war, erschien es in Deutschland 1970 als siebter Band in einer Übersetzung von  Dorothea Bjelfvenstam.

Das Buch zeichnete, wie schon der direkte Vorgänger, eine etwas düstere Stimmung und wurde daher in den meisten Rezensionen zwar weitgehend als Kinderbuch beurteilt, mitunter wurde es aber als für Kinder ungeeignet eingestuft.

1969

Fuji TV Zuiyo Enterprises produzierte eine animierte Moomin-Serie in Japan und und steigerte so die Bekanntheit der Moomins auf dem Asiatischen Markt.

Aufgrund von inhaltlichen Differenzen zwischen der japanischen Produktionsfirma und Tove wurde die Serie nach 65 Folgen 1970 eingestellt.

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1969

Das schwedische Fernsehen produzierte eine Moomin-Serie mit 13 Episoden je 25 Minuten. 

2008 wurde die Serie als  Aufführung "Der König im Mumintal" am schwedischen Theater in Helsinki aufgeführt.

 

1970

Die letzte Moomin-Geschichte "Moominvalley in November" erschien. Tove beschloss nach der Veröffentlichung dieses Buches, das Schreiben von Moomin-Büchern einzustellen. Sie schrieb weiterhin Bücher für ein erwachsenes Publikum.

Das Buch wurde 1972 mit dem Titel "Herbst im Mumintal" in Deutschland veröffentlicht und bildete den Abschluss der Moomin-Reihe.
In der deutschen Erstausgabe wurden viele von Tove Janssons Illustrationen gestrichen, insbesondere solche, die abstrakte Stimmungen statt konkreter Figuren zeigen – wohl um das für Kinder vermarktete Buch zu vereinfachen und Interpretationsspielräume zu reduzieren.

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1974

Die erste Moomin-Oper wurde vom finnischen Komponisten IIkka Kuusisto geschrieben, die Kostüme wurden von Tove selbst gestaltet. 

Die Uraufführung der Moomin-Oper fand im Dezember 1974 statt. Auch wenn sie das Publikum nicht vollständig überzeugte, freuten sich die Kinder, die Figuren aus den Büchern live auf der Bühne zu sehen. Die Oper wurde 34 Mal aufgeführt und von fast 15.000 Menschen gesehen.

1977

Das Bilderbuch "The Dangerous Journey" wurde veröffentlicht.

Die Geschichte handelt von den Abenteuern von Susanna, the Hemulen, Sniff, Sorry-Oo and Thingummy & Bob in Moominvalley.

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1987

Im finnischen Tampere Art Museum begann die Moomin-Ausstellung.

Gezeigt werden Kunstwerke rund um Moomin seit 1987. Dazu  gehören Originalillustrationen der Moomin-Bücher von Tove Jansson, Dioramen der Künstlerin Tuulikki, die Szenen aus der Welt die Moomins zeigen sowie das fünfstöckige Haus der Moomins, gebaut von Tove Jansson.

Zum Museum gehört eine Bibliothek, die Ausgaben der Moomin-Bücher in verschiedenen Sprachen bereitstellt.

1990

Telecable Benelux produzierte 104 halbstündige Moomin-Animationen. Die Serie wurde in über 60 Länder verkauft und brachte so die Moomins wieder zurück auf die internationale Bildfläche, nachdem seit 1970 kein weiteres Buch mehr veröffentlicht wurde.

In Japan wurde die Serie von April 1990 bis 1991 ausgestrahlt. Die Serie wurde auch ins Englische übersetzt und im selben Jahr im britischen CBBC ausgestrahlt.


 

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1993

Der Themenpark Moominworld öffnete seine Türen an der Westküste Finnlands in der Stadt Naantail auf der Insel Kailo.  Die Insel Kailo ist ein Naherholungsgebiet der Stadt, ca. zwei Drittel ihrer Fläche steht der Moomin-Welt zur Verfügung. Sehenswürdigkeiten der Insel sind zum Beispiel das Muminhaus, das Emma-Theater und der Märchenweg.

Die Moomin-Lizenzierung nimmt zu und viele neue Moomin-Produkte kommen auf den Markt

2001

Am 27. Juni 2001 verstarb Jansson nach längerer Krankheit in Helsinki. Die Moomins gelten heute weltweit als eine der bekanntesten Schöpfungen der finnischen Kultur.

Tove Janssons Nachlass sowie die Rechte an ihren Kunstwerken verwaltet Janssons Nichte Sophia Jansson als  Direktorin der  Oy Moomin Characters, Ltd .

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2006

Der kanadische Verlag Drawn Quarterly veröffentlichte den erneuerten Moomin-Comic auf Englisch.

Eine deutsche Ausgabe dieser Edition erscheint seit 2009 bei Reprodukt.

2014

Tove hättet ihren einhundertsten Geburtstag gefeiert. Anlässlich des Jubiläums wurden das ganze Jahr über weltweit Tove-Jubiläumsveranstaltungen organisiert, unter anderem in der finnischen Botschaft oder auf der Buchmesse in Frankfurt.

Weiterhin wurden verschiedene Moomin-Sonderkollektionen veröffentlicht.

 

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2015

Ein Jahr nach den Jubiläumsfeiern zum 100. Geburtstag von Tove gab es wieder einen Grund zum feiern: vor 70 Jahren wurde die erste Moomin-Geschichte veröffentlicht. Seitdem wächst die Popularität der finnischen Trolle stetig.

Mit 500 Lizenznehmern weltweit und einem geschätzten Verbraucherwert von 500 Millionen Euro pro Jahr, feiern die Moomins 70 Jahre Erfolg.

2016

Das einzigartige "Adventures in Moominland", eine große interaktive Ausstellung feierte im Southbank Center in London Eröffnung, dem größten Kunstzentrum Großbritanniens. 

Adventures in Moominland ist die erste große britische Ausstellung, die sich den Moomins widmet. Sie gibt einzigartige Einblicke in das Leben der Moomin-Schöpferin Tove Jansson und zeigt seltene Archivobjekte und Illustrationen, die ihre Arbeit beeinflusst haben. Die Ausstellung besteht aus sieben interaktiven Welten, die zum Erkunden einladen. So können die Besucher selbst erleben, was Jansson dazu inspiriert hat die Moomins zu erschaffen - von den dichten Wäldern des Moominvalley bis hin zu Klovharu, Janssons geliebtem Sommerparadies.

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2017

In der Tampere Hall wurde das weltweit erste und einzige Museum nur für Moomin,  mit Originalkunstwerken, eröffnet. Die Sammlung beherbergt mehr als 2000 Originalwerke, die von Tove Jansson gestiftet wurden.

Neben dem Museum gibt es einen Lesesaal, der zum Verweilen und Genießen der spannenden Geschichten einlädt. Der angrenzende Sorsapuisto Park zeigt Skulpturen von Tove Janssons Vater Viktor Jansson.

2019

Die neue animierte Moominvalley-TV-Serie wird im Frühjahr 2019 weltweit mit renommierten Schauspielern und modernsten 2D/3D-Mischanimationstechniken uraufgeführt.

Es handelt sich um eine Adaption der klassischen Moomin-Bücher und Comics der Schriftstellerin und Illustratorin Tove Jansson und ihres Bruders Lars Jansson.

Die Serie ist Finnlands teuerste TV-Show mit einem Budget von 20 Millionen Euro. Am 1. Mai 2019 erwarb PGS Entertainment die Vertriebsrechte an Moominvalley

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2019

Im März 2019 eröffnet der neue MoominValley Park in Japan. Er ist Teil des 2018 eröffneten Metsä Village, das den Besuchern die Möglichkeit bietet, die typisch nordische Atmosphäre und Lebensweise Skandinaviens zu erleben, während der MoominValley Park die Welt der Moomins in den Vordergrund stellt.

Mit dem MoominValley Park in der Nähe von Tokio wurde der erste Moomin-Freizeitpark außerhalb der finnischen Heimat eröffnet. Die Planer haben sich bei der Gestaltung des Moomin-Welt-Themenparks am finnischen Park orientiert, der 1993 eröffnet wurde und jedes Jahr auch zahlreiche Gäste aus Japan unter seinen Besuchern hat.